Seit meinem letzten Blog sind einige Wochen vergangen. Sicher erlebst Du wie auch ich, dass es eine wirklich turbulente Zeit ist. Es gibt Vieles, das uns beschäftigt, der Alltag erfordert eine hohe Flexibilität und die Tage fliegen nur so dahin.

Heute auf meinem Spaziergang im Frühlings-Grün kam mir der Impuls zu „was ist wahr?“ meine Gedanken mit Dir zu teilen.

Eine grundsätzlich große Frage- vielleicht für uns Menschen DIE umfassendste überhaupt, doch aktuell erhitzt sie die Gemüter besonders.

Wir streben nach der Wahrheit, um sie zu kennen, zu verstehen und zu begreifen. Manchmal sehen wir sie voraus, manchmal erst im Rückblick.  Nein, ich möchte hier weder geschichtlich noch philosophisch werden. Meine Frage zielt in eine andere Richtung.

Könntest Du für Dich formulieren, was „die“ Wahrheit ist?

Und ist „die“ Wahrheit etwas anderes als Deine Wahrheit?

Und ist sie in Deinem Kopf oder ist sie ein Gefühl?

Glaubst Du, dass die Wahrheit etwas mit einer Mehrheit zu tun hat, also das ist, was ganz viele Menschen glauben, sagen oder vertreten?

Die Antworten darauf sind gar nicht so einfach, oder?

Schon als meine beiden Kinder klein waren, habe ich versucht ihnen zu vermitteln, dass die Wahrheit sowohl etwas sehr Klares und Schlichtes und zugleich etwas sehr Komplexes ist.

Ich glaube nicht, dass jemand sie umfassend kennt. Wir verständigen uns darüber, in dem wir sogenannte Fakten als Grundlage nehmen, uns über Sichtweisen austauschen und dann ein Regelwerk festlegen, doch meinem Empfinden nach hat die Wahrheit keine Form. Sie ist kein Konstrukt.

Jeder hat schon oft erlebt, wie sich die „hellen“ Momente, wenn die Wahrheit sich zeigt und spürbar ist, anfühlen. Sie sind klar, erfrischend, befreiend und heiter. Manchmal jedoch auch schonungslos, unerbittlich und hart und je nachdem welche Erfahrung wir mit ihr gemacht haben wollen wir sie wissen oder vielleicht lieber auch nicht.

Kommt wohl der unermüdliche Antrieb und Ansporn, uns mit anderen ständig und überall über ihre Sichtweisen austauschen daher, dass wir alle auf der Suche nach der Wahrheit sind?

Ich denke teilweise. Wir brauchen für unsere innere und äussere Stabilität einen Orientierungsrahmen für unser Handeln und erschaffen wir uns, mehr oder weniger bewusst, aus dem was wir hören/sehen/fühlen etwas, das wir Realität nennen. In ihr steckt sicher ein Teil der Wahrheit, doch viel mehr ist sie das, was für uns „logisch“ = schlüssig ist und sich richtig anfühlt. Das verbindet uns mit den Menschen, die uns nah sind und eine ähnliche Sichtweise haben.

Natürlich hat jede Realität den Anspruch, der Wahrheit am nächsten zu sein, doch wer will das bewerten, wo doch keiner die ganze Wahrheit kennt?

Ich finde es heute wichtiger denn je, dass wir uns den Unterschied zwischen Wahrheit und Realität bewusst machen. Er ist nichts Neues, doch wir erleben aktuell, wie sehr die Realitäten polarisieren und sich voneinander entfernen. Doch weder die Vehemenz noch die Anzahl der Menschen verändern den Wahrheitsgehalt, es wird lediglich unter Druck eine Realität erzeugt.

So sehr der Wunsch dahinter, die aktuell sehr verwirrende, fast unerträgliche Unklarheit wieder „in Ordnung“ zu bringen, verständlich und nachvollziehbar ist: ich glaube hier gilt es für jeden von uns achtsam, sowie selbstprüfend zu sein.

Unser Kopf ist ein genialer Speicher. Er verknüpft Informationen und verbindet neues und altes Wissen und Erfahrungen mit Glaubenssätzen, die er als unsere persönliche = innere Wahrheit verdichtet und „abspeichert“. Je öfter er etwas hört oder sieht, desto tiefer wird die „Rille“ der Überzeugung. Aus diesen Überzeugungen entstehen Bilder und aus den Bildern eine Realität. Wenn viele andere die gleichen Bilder „entwickelt“ haben und überall darüber sprechen, fühlt unser Kopf sich laufend bestätigt und glaubt, dass sie wahr sind. Ich meine das völlig wertfrei- so funktioniert unser Gehirn einfach.

In jedem von uns ist eine Instanz, sozusagen eine Brücke zur „höchsten“ und damit echten Wahrheit: unsere Intuition. Sie ist unbestechlich = klar und leise, wie eine feine „Antenne“. Ihr Sitz ist in Deiner Körpermitte auf Höhe Deines Herzes, viele nennen sie auch Bauchgefühl.

Deine Intuition IST ohne zu filtern, zu rastern und zu bewerten. Sie weiß was wahr ist und kann es zugleich nicht immer in Worte fassen und begründen. Aus diesem Grund werten viele Köpfe sie leider immer noch ab, doch in partnerschaftlicher Ergänzung zu unserem Verstand ist sie unendlich kostbar und ich finde wichtiger denn je.

Deine Intuition steht Dir jederzeit zur Verfügung. Sie hat eine Antwort darauf, ob das was Dir gesagt wird wahr ist oder ob es stimmt was Dein Kopf glaubt. Ich weiß, wie schwer es manchmal ist, auf sie zu achten/ sie zu hören, doch ich persönlich finde sie super angesagt 😉 und möchte Dich darin bestärken, sie ganz bewusst für Deine eigene Orientierung, Stabilität und Klarheit zu nutzen.

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, wie es gelingt, sie in diesen turbulenten Zeiten zu hören und habe hier ein paar Tipps für Dich:

  • Stell das „Informationen sammeln“ von Aussen ab. Radio, Fernsehen, laufend mit anderen (über das Gleiche) reden, usw. Gönn Deinem Kopf Ruhe. Nicht erst dann, wenn er „voll“ ist 😉 sondern bewusst vorher schon. Natürlich möchte er ständig neues „Futter“ und jammert etwas, wenn er keins bekommt, doch wenn Du Deine Intuition = innere Stimme hören willst, gilt es diesem Drang zu widerstehen.

 

  • Geh raus in die Natur. Am besten alleine. Such Dir dort etwas, an dem Dein Blick voller Freude hängen bleibt. Dein Bauchgefühl = Dein Solarplexus wird darüber aktiviert und das regt Deine Intuition an. Spür bewusst hinein und bleib mit Deiner Aufmerksamkeit in Deinem Herz oder Bauch. Wenn Du magst kannst Du Dir selbst eine Frage stellen: ist das…. wahr? Fang mit etwas leichtem an, damit Du die Antwort deutlich zuordnen kannst. Denk daran: wenn es eine laute Stimme ist, ist es vermutlich der Kopf. Lass ihn plappern und wende Dich Deinem Herzen/ Bauch zu. Ich bin sicher, dass es klappt!

 

  • Du erkennst die Stimme Deiner Intuition oder ein intuitives Gefühl daran, dass in Deinem Kopf ein ? entsteht. Das ist ein gutes Zeichen 🙂 Lass Dich nicht beirren, sondern einfach unbewertet da sein. Die Stimme ist fein und leise. Im ersten Schritt geht es darum, dass Du sie wahrnimmst. Damit tun musst Du nichts, erst der 2.Schritt ist, das was Deine Intuition sagt in eine Handlung umzusetzen.

Ich erlebe und beobachte, dass die „nur Kopf-Zeit“ bei vielen Menschen vorbei ist. Immer mehr öffnen sich sehr bewusst dafür, ihre „Kopf-Herz-Partnerschaft“ zu reflektieren und neu zu justieren.

Natürlich freue ich mich sehr, wenn auch Du schon dazu gehörst!?

Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer einfach ist und Mut braucht, der eigenen Intuition zu vertrauen. Doch ich kann Dir versichern, dass Du es nicht mehr missen möchtest. Es entsteht eine Stabilität und Kraft aus Dir heraus und es wird damit nicht nur einfacher, die verschiedenen Seiten der Realitäten zu erkennen, sondern Du ziehst damit vor allem jede Menge kleine und große „Glücksmomente“ in Dein Leben.

Probier es aus 🙂 Für Dich alleine oder gerne auch mit mir als Begleitung.

Herzensgrüße zu Dir und komm gut in den Mai

Antje